REACh
  Warum REACH?

Gleichbehandlung von Alt- und Neustoffen

Mit REACH sollen die Schwächen der bisherigen Chemikaliengesetzgebung, insbesondere die ungerechtfertigte Ungleichbehandlung von Altstoffen und Neustoffen, womit ein defizitäres Wissen in Bezug auf die Eigenschaften der  Altstoffe einherging, beseitigt werden.  Während nach dem bisherigen System die Neustoffe (nach Sept. 1981 in Verkehr gebracht) vor ihrem Inverkehrbringen umfassend hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit für Umwelt und Gesundheit bewertet werden mussten, durften die Altstoffe (vor Sept. 1981 in Verkehr gebracht)  zunächst ungeprüft weiterverwendet werden. Die Altstoffe sollten nach einem zeit-und kostenaufwändigen System erst nach und nach getetstet werden. Dieses System führte dazu, dass man, um sich die aufwändige Anmeldung von Neustoffen zu ersparen, auf die Verwendung der unzureichend untersuchten Altstoffe zurückgriff.

Schließlich standen knapp 3.000 angemeldeten und geprüften Neustoffen gut 100.000 weitestgehend ungeprüfte Altstoffe gegenüber. Das System der Altstoffprüfung erwies sich als unpraktikabel und das Erfordernis der Anmeldung von Neustoffen vor deren Inverkehrbringen als innovationsfeindlich.

REACH schafft jetzt ein einheitliches System für Alt- und Neustoffe.

Vereinheitlichung der Chemikaliengesetzgebung

REACH dient auch der Vereinheitlichung der historisch gewachsenen, zersplitterten Chemikaliengesetzgebung. Diverse Regelungen zu Herstellungs- und Verwendungsverboten oder zur Beschränkung des Inverkehrbringens für bestimmte Chemikalien werden ebenso wie die Bestimmungen zum Sicherheitsdatenblatt in die REACH-Verordnung integriert. 

So wurde die bisherige Sicherheitsdatenblatt-Richtlinie 91/155/EWG aufgehoben und durch die Regelungen von REACH ersetzt. Außerdem wird zum 01.06.2008 die Verordnung EWG Nr. 793/93 (Bewertung und Kontrolle der Umweltrisiken chemischer Altstoffe) aufgehoben. Auch das Meldeverfahren für neue Stoffe gemäß der Richtlinie 67/548/EWG läuft zum 01.06.2008 aus. Die Anpassungen im Hinblick auf REACH regelt die Richtlinie 121/2006/EG. Bis zum 01.06.2008 gelten für beide Bereiche Übergangsregelungen.

Sachgerechtere Verteilung der Zuständigkeiten

REACH sorgt darüber hinaus für eine sachgerechtere Verteilung der Zuständigkeiten. Wurden bisher Altstoffe nach Prüfprogrammen durch die nationalen Behörden abgearbeitet, so sind nunmehr die Unternehmen für die Untersuchung der Chemikalien verantwortlich. Die Rolle der deutschen und europäischen Behörden beschränkt sich im Wesentlichen auf die Überwachung und die Verwaltung der eingereichten Daten.

Bessere Kommunikation in der Lieferkette

REACH sieht etliche Kommunikationspflichten innerhalb der Lieferkette vor und erhöht damit das Wissen um die Eigenschaften der Stoffe in ihrer jeweiligen Anwendung  bei den Akteuren der Lieferkette.



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